Foto des Ästlings: Ein junger Waldkauz sitzt nach dem Verlassen der Bruthöhle auf einem Ast und wartet auf Futter. Solche Jungvögel werden „Ästling“ genannt. Foto: Roland Steinwarz

Junge Waldkäuze auf Jungfernflug


Zurzeit (Mai 2015) sind in den Wäldern, selten auch in Siedlungen und Parks, junge Waldkäuze unterwegs. Der Waldkauz ist eine mittelgroße Eule und zählt gemeinsam mit der Waldohreule zur häufigsten Eulenart hierzulande. Sein Beutespektrum ist sehr breit. So jagt er vornehmlich Mäuse und Wühlmäuse, aber auch Kaninchen und Eichhörnchen, sowie Vögel wie Spatzen, Meisen und Finken bis hin zu Tauben und Elstern. Desweiteren Frösche, Fische, Käfer und Regenwürmer. Ab der Dämmerung hört man oft den typischen Ruf des Männchens: „Huh--hu-huhuhu-huh“. Das Weibchen ruft während der Balzzeit „Kuwitt“, auf das das Mänchen wiederum mit „huh“ antwortet. Die Rufe sind nicht selten zur Untermalung von nächtlichen Szenen in Filmen zu hören.
Der Waldkauz brütet zumeist in Baumhöhlen, aber auch in Mauerlöchern, Felshöhlen und Dachböden, ist also ein Höhlenbrüter. Im Alter von 29 bis 35 Tagen verlassen die Jungvögel die Bruthöhle. Nach ihrem Sprung landen viele von ihnen auf dem Boden. Sie suchen sich dann einen Strauch, Ast oder Stamm, an dem sie heraufklettern können. Als sogenannte „Ästlinge“ werden sie dort in den folgenden Tagen von den Elternvögeln gefüttert und bewacht.
Falls Sie einen solchen Ästling entdecken, sollten Sie sich ihm keinesfalls nähern. Sie stören damit nicht nur den jungen Vogel, sondern könnten auch Ärger mit den Altvögeln bekommen. Denn diese verteidigen ihren Nachwuchs aufs Äußerste, auch gegenüber Menschen. Dabei nähern sie sich zumeist lautlos fliegend von hinten und attackieren mit ihren langen, scharfen Krallen den Störer am Kopf- und Schulterbereich, bis dieser vertrieben ist. Von ausgerissenen Haaren bis hin zu blutenden Wunden können die schmerzhaften Verletzungen reichen.
Im Alter von 50 Tagen fliegen die Jungkäuze bereits über 40 Meter hinter den Eltern her, ab 70 Tagen sind es bereits 200 Meter. Bis etwa zum 100. Lebenstag werden die Jungvögel von den Altvögeln versorgt. Im vierten Monat entfernen sie sich immer weiter von der Bruthöhle und suchen sich schließlich ein eigenes Revier. (Roland Steinwarz: Mai 2015)

Foto des Altvogels: Ein Altvogel sitzt unweit auf einem Baum und wacht über den Nachwuchs. Foto: Roland Steinwarz

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