Weitere Möglichkeiten für mehr Insektenschutz

Es gibt viele Möglichkeiten, den Insekten und der sonstigen Vielfalt der Natur zu helfen. Neben der Schaffung neuer Lebensräume im eigenen Garten können Sie auch als Konsument, Wähler und engagierter Bürger viel tun.

Kein eigener Garten? Kein Problem!

Blumenwiese (Foto: Roland Steinwarz)
Blumenwiese (Foto: Roland Steinwarz)

Wer weder Garten noch Balkon zur Verfügung hat, kann auch andere Flächen für sein Projekt nutzen. Fragen Sie zum Beispiel bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach, ob Sie eine Baumscheibe oder andere Grünfläche bei Ihnen um die Ecke pflegen dürfen. Viele Kommunen sind froh, wenn jemand solche Flächen mit buntem Grün gestaltet. Auch andere Flächen kommen infrage, private wie öffentliche. Selbstverständlich: Erst fragen, dann machen! Natürlich können Sie sich auch mit Nachbarn zusammenschließen, oder einen Verein bei Projekten unterstützen.


Vermeiden Sie unnötige Beleuchtung

Unsinnige Beleuchtung
Unsinnige Beleuchtung

Künstliches Licht stellt eine Gefahr für nachtaktive Insekten dar, denn es stört ihre Orientierung. Insbesondere UV-A-Licht zieht Insekten aus noch unbekannten Gründen an. Gelbes bis rötliches Licht mit geringem UV-Anteil ist nicht nur für Menschen (Tag-Nacht-Rhytmus) gesünder, sondern für Insekten uninteressant. Am besten verzichtet man auf möglichst viel Licht im Außenbereich und nutzt gezielte Beleuchtung. Zudem sollten Lampen so konstruiert sein, dass sich keine Insekten in ihnen verfangen können.


Auf Produkte mit Gütesiegel achten

Das EU-Bio-Logo
Das EU-Bio-Logo

Achten Sie beim Einkauf auf nachhaltig hergestellte Produkte. Diese erkennen Sie an Gütesiegeln wie dem EU-Biosiegel und Siegeln der Anbauverbände Naturland, Bioland und Demeter. Das sechseckige deutsche Biosigel wurde 2010 zwar vom EU-Biosiegel abgelöst, wegen seiner Bekanntheit von vielen Herstellern aber weiter verwendet.

Für Importprodukte (Bananen, Kakao etc.) gibt es das Fairtrade-Siegel, das nicht nur soziale, sondern auch ökologische Kriterien sicherstellt.


Regionale Produkte bevorzugen

Getreidefeld mit Blumeneinsaat (Foto: Roland Steinwarz)
Getreidefeld mit Blumeneinsaat (Foto: Roland Steinwarz)

Regionale Herkunft spielt ebenfalls eine Rolle. Ideal sind Bio-Produkte aus regionalem Anbau oder der Kauf direkt beim Erzeuger, z.B. Hofläden. Dort kann man sich oft einen direkten Eindruck über die Anbaubedingungen machen. Denn viele Landwirte wirtschaften vorbildlich naturnah, sparen sich jedoch den Aufwand für die Siegel.

Auch bei Bio-Produkten können Flächen und Ressourcen genutzt werden, die der Natur dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies ist insbesondere bei ausländischen Herkünften der Fall, wie Bio-Kartoffeln aus Israel oder Bio-Äpfeln aus Neuseeland. Zudem ist der weite Transport äußerst klimaschädlich.


Sagen Sie Ihre Meinung!

Demo "Wir haben es satt!" 2019 (Foto: NABU/Sebastian Hennigs)
Demo "Wir haben es satt!" 2019 (Foto: NABU/Sebastian Hennigs)

Politik und Verwaltung haben viele Möglichkeiten, etwas zu verändern. Leider tun sie sich oft schwer damit. Doch mit genügend Nachdruck kann sich das ändern. Regelmäßig führen die Natur- und Umweltschutzverbände Petitionen, Demonstrationen und weitere Aktionen durch, um auf die Misslage öffentlich hinzuweisen und die Stimmen der Bürger zu vereinen. Nutzen Sie daher solche Gelegenheiten, denn jede Stimme zählt!


Gehen Sie wählen!

Mit Ihrer Wahl können Sie etwas verändern, indem Sie Politiker unterstützen, die etwas verändern wollen.

Viele Parteien setzen sich für den Erhalt von Natur und Umwelt ein. Bei einigen ist Umweltschutz das Hauptthema, bei anderen eher ein Nebenthema, das dennoch ausreichend Aufmerksamkeit findet. Manche Parteien führen es lediglich als "Alibi", ohne wirkliches Interesse.

Lesen Sie sich die Parteiprogramme daher gründlich durch und recherchieren Sie, was die jeweiligen Parteien tätsachlich tun.

Die schlimmste Wahl ist, gar nicht zu wählen, denn so vergeuden Sie Ihr Wahlrecht und schenken Parteien Prozente, die Sie eigendlich nicht unterstützen.