Neues aus der Wahner Heide ...


Feuer in der Wahner Heide im April 2017

 

Wahner Heide in Flammen  -- Waldbrand auf großer Fläche  -- rund 300 Wehrleute im Einsatz --  weiträumige Sperrungen -- das waren die ersten Nachrichten am 5. April 2017

 

Aber wie können die ökologischen Folgen beurteilt werden? Hierzu hat der NABU Rhein-Sieg einen Fachmann befragt: Jörg Pape, den ehemaligen Leiter desBundesforstamtes Wahner Heide. Hier ist seine Bewertung der Situation:

 

„Derartige Meldungen beunruhigen uns alle, geht es doch um Wald in einem international bedeutsamen Naturschutzgebiet.

Feuer hat uns Menschen in fast unserer gesamten Geschichte begleitet - mit negativen aber auch positiven Ergebnissen. Feuer hat Lebensräume geschaffen und vernichtet - seine Urgewalt den Menschen fasziniert und erschreckt.

 

Im heutigen Naturschutz spielt Feuer als „Feuermanagement“- insbesondere in den Benelux-Ländern - eine anerkannt bedeutende Rolle. Das heißt aber mit aller Deutlichkeit: gezieltes Management und nicht unkontrolliertes Zündeln.

 

Beim Brand in der Wahnerheide ist viel Glück dabeigewesen:

Der Zeitpunkt entspricht genau dem, bei dem auch gezieltes Brennen als Naturschutzmaßnahme stattfinden würde. Nach Trockenheit und intensiver Sonneneinstrahlung sind die trockenen Bodenvegetationen des Vorjahres - insbesondere Pfeifengras und Adlerfarn - leicht brennbar. Das Bodenfeuer läuft schnell durch diese abgetrocknete Vegetation und beeinträchtigt den lichten Baumbestand darüber kaum.Auch das noch nicht wirklich erwachte Bodenleben wird nicht beeinträchtigt und gefährdete Bodenbrüter haben noch nicht mit dem Brutgeschehen begonnen. Hierzu zählt in den betroffenen Waldbeständen insbesondere die stark gefährdete und selten gewordene Waldschnepfe, die in den Buschwaldflächen der Wahner Heide landesweit einzigartige Bruthabitate hat.

 

Nach dem Brand können insbesondere in den ansonsten geschlossenen und monotonen Pfeifengrasbeständen konkurrenzempfindliche Arten neue Nischen entdecken.

 

Gezieltes Feuermanagement schließt - im Gegensatz zum unkontrollierten Flächenbrand - überall vorhandene empfindliche Teilflächen aus und hält mit Gegenfeuern oder an vorher festgelegten Wegelinien den Ablauf im Griff: dann ist nicht einmal Feuerbekämpfung erforderlich.

Insbesondere auf ehemaligen Truppenübungsplätzen mit ihren bekannten militärischen Altlasten kann bei der Feuerbekämpfung so ein Betreten belasteter Flächen mit erhöhtem Risiko vermieden werden.Auf breiter Front ein Bodenfeuer im Griff zu halten - insbesondere bei immer wieder auffrischenden Winden - ist ohnehin schwer möglich.

 

Fazit: Glück im Unglück bei allen zu bewertenden Parametern!!

 

Bevor nun also nur die positiven Wirkungen des Feuers beschworen werden, ist eine detaillierte Kenntnis der Biotop- und Artenverhältnisse und der Standortstrukturen unerlässlich.

Dennoch: es wird spannend zu sehen, welche Folgen ein immerhin großflächiger Brand erkennen lassen wird.“

(Jörg Pape, 06.04.2017)


Der NABU unterstützt wieder aktiv den Troisdorfer Waldtag in der Wahner Heide (Juli/2016)


Wahnerheide /Camp Altenrath

10 Jahre nach Aufgabe der Belgischen Militärnutzung

Fast 10 Jahre sind vergangen seit Aufgabe der Nutzung des Truppenübungsplatzes durch die belgischen Streitkräfte.

Camp Altenrath  -- zunächst nur als Übergangslösung zu Beginn der 50èr Jahre geplant und gebaut wurde vorzeitig bereits im Jahr 2002 aufgegeben.

Über 50 Jahre sind im geschichtlichen Rückblick eine kurze Zeit,haben aber dennoch die Landschaft um das Camp herum maßgeblich geprägt.

Panzerübungsgelände,die heute von Heiden und Sandmagerrasen bedeckt sind,Panzerwaschanlagen,in denen jetzt die Ringelnatter nach Fröschen jagt,Heidemoore,Brücher und Teiche nach ehemaligem Tonabbau,über denen der Baumfalke im Fluge Libellen kröpft ,zeugen eindrucksvoll von der besonderen Bedeutung militärischer Nutzung für Biotop-und Artenvielfalt.

Nach Rückbau der Kaserne als Ausgleichsmaßnahme durch Strassen NRW wird auch hier  -- längst begonnen  --

eine offene Heidelandschaft  als Bindeglied zwischen Herfeldmoor und Hühnerbruch entstehen und den Biotopverbund zwischen Nord-und Südheide stärken.

Der Arbeitsfortschritt verläuft z,Zt. so günstig,dass die Entsiegelungsarbeiten zum Jahresende abgeschlossen sein dürften.

Der dann entstandene Biotopkomplex aus Feuchtheiden,Heidemooren,Sandmagerrasen und Callunaheiden mit eingestreuten tertiären Schotterköpfen wird dann einer der artenreichsten Geländeteile der Wahnerheide sein

Mehr Wasser für das Planitzmoor ...

Torfmoos saugt Wasser auf wie ein Schwamm.

Die Moore in der Wahner Heide haben gelitten. Tockenlegungen oder militärische Nutzungen haben ihre Fläche im letzten Jahrhundert immer mehr vermindert. Das soll jetzt anders werden. Als ökologische Ausgleichsmaßnahme für die Inanspruchnahme von Flächen lässt der Flughafen im Planitzmoor kleine Dämme aus Robinien- und Eichenholz errichten, die mehr Wasser zurückhalten sollen, damit Torfmoos und Rundblättriger Sonnertau einen größeren Lebensraum bekommen. Geduld muss man schon haben. Was über Jahrhunderte zerstört wurde, wächst nicht in wenigen Jahren nach. Das Planitzmoor kann gut vom Planitzweg eingesehen werden. Abgesehen davon, dass das Moor nicht betreten werden darf, ist es auch nicht ratsam. Man kann zwar nicht darin versinken, wie dies in düsteren englischen Krimis zu lesen ist, aber bis zum Bauch drin stehen und schwierig wieder herauszukommen ist leicht möglich.

 

Lesen Sie den Artikel in der Rhein-Sieg-Rundschau oder im

Rhein-Sieg-Anzeiger oder im General-Anzeiger-Bonn.

Den Planitzweg finden Sie im Tor zur Wahner Heide und zum Königsforst.


Neue Hotels in der Wahner Heide

Am Camp Altenrath und an der Hörwiese haben kürzlich zwei neue Hotels eröffnet -- Gäste und Buchungen bleiben aber noch aus.

Als Ausgleich für die im kommenden Herbst abzureißenden alten Panzerhallen, in denen in den letzten Jahren zahlreiche Mehlschwalben ihre Nester bauen konnten, entstand unmittelbar an der alten Panzerwaschanlage ein "Schwalbenhotel". Ein weiteres wurde an der landwirtschaftlichen Hofstelle in der Hörwiese errichtet, wo der Landwirt in den Ställen den Schwalben alle Brutmöglichkeiten belässt. Dort können sie auf dem Hof den feuchten Lehm für den Nestbau sammeln. Alles ist vorbereitet, aber noch scheinen die Schwalben den Verlust ihrer bisherigen Nistmöglichkeiten nicht zu erahnen.


Rauch- und Mehlschwalben - Flugkünstler und Sommerboten - stehen gerade wegen dieses Verlustes mittlerweile als gefährdete Arten auf der Roten Liste.


Bleibt zu hoffen,daß die neu entstandenen "Hotels" nicht vergeblich auf Gäste warten!

(Bild und Text: Jörg Pape - NABU Köln)


Burg Wissem: Portal zur Wahner Heide eröffnet

Troisdorf-Burg Wissem. In einer offiziellen Feierstunde wurde das Portal zur Wahner Heide Burg Wissem am Feitag, dem 11. Mai 2012 eröffnet. Der Durchgang zwischen der alten Remise und dem Neubau mit Museum und Ausstellung erschließt den Weg in die Wahner Heide.Verfehlen kann man den Weg nicht, Sie werden von Wegeschildern geführt, die der NABU Köln & Rhein-Sieg angebracht haben.

 

Burg Wissem Troisdorf, Burgallee 1, 53840 Troisdorf, Tel.: 02241 900456

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 11 bis 17 Uhr

Smstag, Sonn- und Feiertege, 10 bis 18 Uhr

www.heideportal-burgwissem.de.


Neu: Heidenelkenpfad

Die Heidenelke wurde von der Loki Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres 2012 gekürt. Grund ist die Seltenheit der Pflanze, die in vielen Bundesländern auf der Roten Liste steht. Der Dame in Pink fehlt der Lebensraum. Sie liebt trockene, nährstoffarme Standorte, Sandmagerrasen, wie sie in der Wahner Heide noch vorkommen.

 

NABU Köln und NABU Rhein-Sieg haben aus diesem Grund den Heidenelkenpfad geschaffen, der von Troisdorf-Altenrath bis zum Camp-Altenrath führt. Ein Führer mit Einzelheiten zur Pflanze und ihrem Lebensraum, zu Pflanzen und Tiere ihrer Umgebung, ist jetzt erschienen. Sie können den Führer beim NaBu Köln bestellen. 

 

 

Die PDF-Datei zeigt schon mal einen Vorgeschmack auf den Heidenelkenpfad.

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Pfad-Finder in der Wahner Heide...

2006 hat der NABU Köln Wegweiser in der Wahner Heide angebracht, um dem Naturfreund die Orientierung zu erleichtern. Manche dieser Schilder sind mit den im Sturm gefallenen Bäumen verschwunden. Einige fehlten noch. In einer gemeinsamen Aktion werden der NABU Köln und der NABU Rhein-Sieg in diesem Frühjahr fehlende Schilder ersetzen bzw. ergänzen. Die Maßnahme stößt auf breites Interesse. Selbstverständlich haben die NABU Verbände die Zustimmung der zuständigen Stellen eingeholt. Näheres unter Presse.(030412).


Pressemittelung über Wegeschilder

Die Stadt Troisdorf hat eine ausführliche Pressemitteilung über die NABU-Wegeschilder veröffentlicht.

Zu finden unter Presse.


Wanderkarte Wahner Heide

 

Die Karte enthält die Wanderwege in der Wahner Heide und im Königsforst und ist auf dem neuesten Stand. Unterstützung vor Ort finden Sie durch die Pfad-Finder (siehe oben).

 

Nähere Informationen und die Karte gibt es beim NABU Köln und Rhein-Sieg.


Brücken verbinden ...

Grünbrücke zwischen Wahner Heide und Königsforst

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Blick vom Fliegenberg in der Wahner Heide auf das Siebengebirge