Zur Entstehung und Geschichte des Eulenberges


Ansicht des Eulenbergs nach der Herrichtung des Geländes im November 2006
Ansicht des Eulenbergs nach der Herrichtung des Geländes im November 2006

Der Eulenberg erhebt sich 265 Meter und ist ein typischer Vertreter der Hügelkuppen, die sich als Folge des Vulkanismus im Tertiär gebildet haben. Er entstand aus einem Vulkanausbruch, bei dem die heiße Lava ausströmte und zu den typischen Basaltsäulen erstarrte (hier: Gabbro Magma).

Allen bekannt sind die bekanntesten Vertreter dieser alten Vulkanaktivität, wie die Hügel des Siebengebirges, z.B. der Ölberg.

Während im Siebengebirge schon die Römer Basalt und Tuff abbauten und über den Rhein nach Colonia Agrippina (das spätere Köln) schafften, wurden die Basaltvorkommen abseits des Rheins erst mit der verkehrstechnischen Erschließung abbaubar. Als im 19.Jahrhundert die Bröhltaler Eisenbahn die Steine nach Beuel und damit zur Verladung zum Schiffsverkehr zugänglich machte, blühte der Abbau auch auf dem Lande auf.

Nach und nach fraß man sich von der Spitze der Kuppe immer tiefer in den Hügel, so dass die heute ersichtliche Kraterform entstand. Am Eulenberg wurde die Steine für Straßenbau und für die großen Dammbauten (z.B. Ijsselmeer, Sylt, Nordsee) gebrochen und verschifft.

 

Da das Material von minderer Qualität war, wurde der Abbau das erste Mal bereits 1928 eingestellt. Von 1961 - 1975 wurde aber der Betrieb wieder aufgenommen und das so genannten Krotzenmaterial für den Unterbau von Straßen gewonnen. Immer tiefer fraß man sich in  den Berg, so dass man zuletzt auch gegen das Wasser ankämpfen musste und dauerhaft aus dem immer tiefer werdenden Krater pumpen musste.

Nach der Aufgabe des Tagebaus wurden die Pumpen ausgestellt und der heute 120 x 100m große See entstand. Er ist mittlerweile 18m tief.

Von 1983 bis 1989 versuchte man sich in der Forellenzucht, was das Wasser des Sees stark mit Nährstoffen anreicherte.

Mit dem Neubau der ICE-Strecke kamen in den 90ern Überlegungen auf, wieder Abbraummaterial aus dem Tagebau zu gewinnen. Das Material war aber für diesen Zweck unzureichend und der natuschützerische Wert der Fläche mittlerweile erkannt.

2005 kaufte der NABU Rhein-Sieg mit Unterstützung der NRW-Stiftung das Gelände. Im Jahre 2008 wurde es unter Naturschutz gestellt.

(Ulrich Kuczkowiak, 02/2017)

 


Arbeiter im Eulenberg im Jahr 1905
Arbeiter im Eulenberg im Jahr 1905